Fallstudie: Ein gemeinnütziger Verein verlässt Google Workspace | InfoSwitch - Migration vers Infomaniak

Zurück zum Blog Erfahrungsberichte

Fallstudie: Ein gemeinnütziger Verein verlässt Google Workspace

Das InfoSwitch-Team 24 mars 2026 8 Min. gelesen

Öko-Lokal Aktiv (Name geändert) ist ein Umweltverein, der die ökologische Transformation fördert. Sechs Jahre lang nutzte er Google Workspace Nonprofits, das kostenlose Angebot für gemeinnützige Organisationen. 2025 entschied er sich zur Migration zu kSuite. Warum und wie – das erfahren Sie hier.

kSuite entdecken

Der Kontext

Öko-Lokal Aktiv wurde 2017 gegründet. Der Verein hat heute 200 Mitglieder, ein Team von 20 aktiven Ehrenamtlichen und 2 Teilzeitmitarbeiter. Er organisiert Workshops, Konferenzen und Sensibilisierungskampagnen in Schulen und Unternehmen.

Von Anfang an nutzte der Verein Google Workspace Nonprofits: 15 E-Mail-Adressen, Google Drive für gemeinsame Dokumente, Google Meet für Remote-Meetings, Google Kalender zur Koordination der Ehrenamtlichen.

Das Konsistenzproblem

2024 warf eine Diskussion auf der Jahreshauptversammlung einen Widerspruch auf.

„Wir sprechen über digitale Sparsamkeit, Datensouveränität, den Umwelteinfluss der Cloud... und nutzen Google. Das ist ein Konsistenzproblem."

— Ehrenamtlicher und Vorstandsmitglied

Diese Bemerkung eröffnete eine Debatte im Vorstand. Mehrere Fragen kamen auf:

  • Wo werden die Daten des Vereins tatsächlich gehostet?
  • Wie groß ist Googles CO2-Fußabdruck?
  • Können wir für Unabhängigkeit von Konzernen eintreten und dabei selbst von Google abhängen?
  • Was passiert, wenn Google die Bedingungen seines kostenlosen Angebots ändert?

Alternativen bewerten

Der Vorstand beauftragte eine Arbeitsgruppe mit der Bewertung von Alternativen. Drei Optionen wurden untersucht:

Option 1: Bei Google bleiben

Der Status quo. Kostenlos, funktional, aber im Widerspruch zu den Werten des Vereins.

Option 2: Selbst-Hosting (Nextcloud)

Open-Source-Lösung, totale Kontrolle. Erfordert jedoch technische Kenntnisse, Wartungszeit und einen Server. Der Verein verfügt nicht über die personellen Ressourcen dafür.

Option 3: Infomaniak kSuite

Schweizer Hosting, 100 % erneuerbare Energie, CO2-Kompensation. Kostenpflichtig (~60 €/Monat für 10 Nutzer), aber für den Verein erschwinglich.

Der Vorstand stimmte für Option 3. Die Kosten waren akzeptabel angesichts der wiedergewonnenen Konsistenz.

Die entscheidenden Kriterien

Infomaniaks Umweltverpflichtung

Für einen Umweltverein war das das wichtigste Kriterium. Infomaniak erfüllt alle Bedingungen:

  • Rechenzentren zu 100 % mit Schweizer Wasserkraft betrieben
  • 200 % CO2-Emissionskompensation
  • Natürliche Kühlung (Alpenluft)
  • Verlängerte Hardware-Lebensdauer

Google verpflichtet sich ebenfalls zu erneuerbaren Energien, aber auf globaler Ebene und mit weniger Transparenz bei Kompensationen.

Unabhängigkeit von Big Tech

Der Verein setzt sich für digitale Sparsamkeit und Alternativen zu Tech-Giganten ein. Die Nutzung ihrer Tools war ein sichtbarer Widerspruch.

Langfristige Sicherheit

Google Nonprofits ist heute kostenlos, aber Google kann die Bedingungen jederzeit ändern. Der Verein zahlt lieber einen bekannten und stabilen Preis, als von einem kostenlosen Angebot abhängig zu sein, das verschwinden könnte.

Die Migration in der Praxis

Die Migration wurde von Ehrenamtlichen der Arbeitsgruppe durchgeführt, mit gelegentlicher Hilfe von InfoSwitch für technische Aspekte.

Schritt 1: Kontoerstellung

Erstellung der 10 benötigten kSuite-Konten (die 15 Google-Adressen enthielten inaktiv gewordene Konten). Konfiguration der kDrive-Ordnerstruktur.

Schritt 2: Schulung vor der Migration

Vor der Migration eine Präsentationssitzung der neuen Tools für aktive Ehrenamtliche. Erklärung der Unterschiede und neuer Gewohnheiten.

Schritt 3: Dateimigration

Export von Google Drive (ca. 200 GB), Import in kDrive. Der Vorgang wurde für die größten Ordner (Fotos, Veranstaltungsvideos) in Etappen durchgeführt.

Schritt 4: E-Mail-Migration

IMAP-Migration der wichtigsten Postfächer (Vorstand, Mitarbeiter). Weniger aktive Postfächer wurden archiviert.

Schritt 5: DNS-Umschaltung

MX-Einträge wurden geändert, um auf Infomaniak zu verweisen. Neue E-Mails kommen nun auf kSuite an.

Gesamtdauer

3 Wochen von Anfang bis Ende, mit ca. 20 Stunden ehrenamtlicher Arbeit auf mehrere Personen verteilt.

Aufgetretene Herausforderungen

Einarbeitung weniger technikaffiner Ehrenamtlicher

Einige ältere Ehrenamtliche hatten Gmail jahrelang genutzt. Der Interface-Wechsel erforderte eine Eingewöhnungszeit. Video-Tutorials und eine interne Hotline halfen.

Dokumentenfreigabe

Ehrenamtliche nutzten Google Docs intensiv für die Zusammenarbeit. OnlyOffice in kDrive funktioniert anders. Einige Gewohnheiten mussten neu erlernt werden.

Öffentliche Freigabegewohnheiten

Der Verein teilte häufig öffentliche Google Drive-Links (Bildungsressourcen). Diese Links wurden nach der Migration inaktiv. Neue Links mussten aus kDrive erstellt und die Website musste aktualisiert werden.

6 Monate später: Das Fazit

Zufriedenheit der Ehrenamtlichen

Eine interne Umfrage ergab, dass 85 % der Ehrenamtlichen zufrieden oder sehr zufrieden sind. Das wichtigste positive Feedback:

  • Stolz auf die wiedergewonnene Konsistenz
  • Angenehme Webmail-Oberfläche
  • kMeet funktioniert gut für Meetings

Das negative Feedback:

  • Gelegentliche Fehler mit OnlyOffice
  • Weniger Drittanbieter-Integrationen als bei Google

Finanzielle Auswirkungen

Der Wechsel von kostenlos zu kostenpflichtig (~720 €/Jahr) wurde aus dem Kommunikationsbudget getragen, als Investition in Konsistenz betrachtet. Mehrere Mitglieder lobten den Verein sogar für diese Entscheidung.

Das Bildungsargument

Der Verein nutzt seine eigene Migration nun als Beispiel in seinen Sensibilisierungsworkshops. „Wenn wir es konnten, können Sie es auch" ist zu einem wiederkehrenden Argument geworden.

„Früher, wenn wir über Alternativen zu Big Tech sprachen, fragten die Leute uns, was wir selbst verwenden. Wir haben uns geschämt. Jetzt können wir stolz antworten."

— Vereinsvorsitzende

Ratschläge für gemeinnützige Vereine

Hier sind die Ratschläge von Öko-Lokal Aktiv für Vereine, die einen ähnlichen Schritt in Betracht ziehen.

Die Kosten akzeptieren

Googles kostenloses Angebot hat versteckte Kosten: Ihre Daten, Ihre Abhängigkeit, Ihre Konsistenz. Ein Infomaniak-Abonnement ist eine Investition in Ihre Werte.

Ehrenamtliche einbeziehen

Die Migration zu einem kollektiven Projekt machen, nicht zu einer aufgezwungenen Entscheidung. Ehrenamtliche, die an der Reflexion teilnehmen, akzeptieren den Wandel eher.

Vor dem Wechsel schulen

Eine Schulungssitzung vor der Migration reduziert die Schwierigkeiten nach der Migration erheblich.

Eine Übergangszeit einplanen

Den Google-Zugang einige Wochen nach der Migration behalten, um alles Verpasste zu retten.

Fazit

Für Öko-Lokal Aktiv war der Abschied von Google Workspace eine Frage der Konsistenz. Der Verein konnte nicht für digitale Sparsamkeit und Unabhängigkeit von Konzernen eintreten und gleichzeitig deren Tools verwenden.

Die Migration erforderte Einsatz, aber sechs Monate später sind die Ergebnisse sehr positiv. Der Verein hat eine Konsistenz zurückgewonnen, die seine Glaubwürdigkeit bei Mitgliedern und Partnern stärkt.

kSuite für Ihren Verein entdecken

Sind Sie bereit, zu Infomaniak zu migrieren?

Kontaktieren Sie uns für ein kostenloses 15-minütiges Audit. Wir analysieren Ihre Situation und erstellen Ihnen ein individuelles Angebot.

Fordern Sie ein kostenloses Audit an
Teilen Sie diesen Artikel:

Lesen Sie auch